Pro-Palästina-Demonstranten stören Auschwitz-Gedenken

Antisemitische Aktion

Auschwitz-Gedenkfeier durch Pro-Palästina-Demonstranten gestört

Pro-palästinensische Demonstranten rollen neben dem "Marsch der Lebenden" ein Banner aus, das Israel einen Völkermord an Palästinensern in Gaza vorwirft. Sie stören damit das Gedenken. (Quelle: Omar Marques/getty-images-bilder)

Pro-palästinensische Demonstranten rollen neben dem "Marsch der Lebenden" ein Banner aus, das Israel einen Völkermord an Palästinensern in Gaza vorwirft. Sie stören damit das Gedenken. (Quelle: Omar Marques/getty-images-bilder)

Im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau sind am Montag Tausende Juden zusammengekommen, um den Opfern des Holocausts zu gedenken. Allerdings gab es Störungen durch laustarke Proteste von Israelfeinden wegen des Kriegs in Gaza.

In einer Gedenkveranstaltung haben 10.000 junge Juden aus aller Welt in Polen den Opfern des Holocausts gedacht. Dies wurde von den Veranstaltern bestätigt. Zusammen mit 56 Überlebenden der Schoah nahmen sie am "Marsch der Lebenden" teil, einer 3,2 Kilometer langen Route zwischen den ehemaligen Vernichtungslagern Auschwitz und Birkenau. Diese Lager zählten zu den größten unter deutscher Kontrolle während der NS-Zeit.

Der "Marsch der Lebenden" erinnert und mahnt

Die Teilnehmer versammelten sich am Montag zum Start des Marsches. Ein Schofarhorn, ein rituelles Musikinstrument, gab das Startsignal, bevor die Menge durch das Tor mit der zynischen Aufschrift "Arbeit macht frei" schritt – eine grausame Erinnerung an die unmenschlichen Bedingungen und das Leid, denen die Gefangenen in diesen Lagern ausgesetzt waren.

Polen, Oswiecim: Menschen stehen vor dem ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, während der Holocaust-Gedenkveranstaltung, dem "Marsch der Lebenden". (Quelle: Czarek Sokolowski/dpa)

Polen, Oswiecim: Menschen stehen vor dem ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, während der Holocaust-Gedenkveranstaltung, dem "Marsch der Lebenden". (Quelle: Czarek Sokolowski/dpa)

An der Gedenkveranstaltung nahmen auch Menschen teil, die das Massaker am 7. Oktober mit rund 1200 Toten in Israel erlebt hatten, das von Terroristen der Hamas und anderen extremistischen Gruppen verübt worden war.

Demonstranten störten das Gedenken

Das Gedenken wurde gestört durch Demonstranten, die sich am Rande der Holocaust-Gedenkfeier und des Marsches versammelt hatten, um Israels Handeln in Gaza zu kommentieren. Sie schwenkten Palästina-Fahnen und ließen Luftballons steigen, während Tausende junge Juden sowie Überlebende der Schoah zum "Marsch der Lebenden" zusammenkamen, berichtet die britische "Daily Mail". Die Demonstrierenden entrollten auch ein "Stoppt den Völkermord in Gaza"-Transparent. Teilnehmer des Marsches wurden laut dem Medienbericht von Demonstrierenden beschimpft.

Erst letzte Woche hatte sich ein Mann dabei gefilmt, wie er durch die Holocaust-Gedenkstätte in Auschwitz geht und sagt: "Sie gehören hierher. Dies ist Ihr Herkunftsort. Sie haben diese Lager und Ghettos verlassen. Es lebe Palästina."

Die Organisation "Marsch der Lebenden" sagte angesichts der Proteste in einer Erklärung: „Wir sind heute marschiert, um den sechs Millionen Opfern des industriellen Völkermords am jüdischen Volk durch die Nazis eine Stimme zu geben. (...) Das halbe Dutzend Demonstranten, die dies perverserweise als Gelegenheit sahen, Hass gegen Israel und das jüdische Volk zu verbreiten, dienen als rechtzeitige Erinnerung an die Bedeutung der Aufklärung und des Gedenkens an den Holocaust sowie der Aufklärung über die Gefahren von Hass und Extremismus.“

Verwendete Quellen: